Rund 40.000 Pflanzplätze, wasserdurchlässiger Untergrund und ein durchdachtes System zur Wasserversorgung: Im Sommer 2026 haben wir unsere Gärtnerei um eine neue, 800 Quadratmeter große Produktionsfläche erweitert. Wir nehmen euch mit hinter die Kulissen und zeigen, wie aus einem Stück Boden ein neues Zuhause für Tausende Wildstauden wurde.
Wo heute Tausende Wildstauden wachsen
Wer heute über unser neues Containerfeld schaut, sieht vor allem Grün. So weit das Auge reicht, stehen hier Wildstauden in unterschiedlichen Entwicklungsstadien: kleine Jungpflanzen, kräftig herangewachsene Exemplare und Pflanzen, die teilweise sogar noch ihre letzten Blüten zeigen.
Kaum zu glauben, dass diese Fläche vor wenigen Monaten noch ganz anders aussah.
Im Sommer 2026 haben wir unsere Gärtnerei um rund 800 Quadratmeter zusätzliche Stellfläche erweitert. Hier können wir ungefähr 40.000 Wildstaudentöpfe unterbringen. Inzwischen ist das neue Containerfeld bereits fast vollständig belegt. Die ersten Pflanzen von dort haben sich sogar schon auf den Weg in eure Herbstgärten gemacht.
Doch bis es so weit war, gab es einiges zu tun.
Rosi Raupe meint:
Rosi Raupe
„800 Quadratmeter voller Wildstauden – da bekomme ich ja richtig Appetit! Aber bevor wir Raupen einziehen konnten, waren erst einmal andere kleine Baumeister unterwegs: Maulwürfe und Wühlmäuse. Die graben zwar fleißig, aber für eine ebene Stellfläche ist das nicht gerade praktisch. Deshalb gibt es jetzt ein unterirdisches Schutzgitter. Und ich? Ich bleibe lieber oberirdisch und schaue, was hier alles wächst!“
Vom unebenen Boden zur neuen Kulturfläche
Eine Produktionsfläche für Tausende Pflanzentöpfe braucht einen möglichst ebenen Untergrund. Schließlich sollen die Töpfe sicher stehen, und auch die spätere Bewässerung muss funktionieren.
Für die Erd- und Planierarbeiten haben wir uns Unterstützung von der Firma Geelen aus Straelen geholt. Mit lasergesteuerter Planiertechnik wurde der Boden sorgfältig eingeebnet. So entstand nach und nach eine gleichmäßige Stellfläche, auf der die Kulturpaletten sicher stehen können und sich möglichst keine unerwünschten Wasseransammlungen bilden.
Anschließend haben wir die Fläche mit einem sogenannten Bändchengewebe abgedeckt. Anders als eine geschlossene Kunststofffolie besteht es aus schmalen, miteinander verwobenen Kunststoffbändchen. Regen- und Gießwasser kann durch die Zwischenräume in den darunterliegenden Boden gelangen.
Das ist gerade für unsere Wildstauden wichtig. Denn viele Arten vertragen es nicht, wenn ihre Wurzeln über längere Zeit zu nass stehen. Gleichzeitig hält das Gewebe unerwünschten Pflanzenaufwuchs weitgehend zurück und schafft eine saubere Arbeitsfläche.
Der Boden darunter wurde weder betoniert noch asphaltiert. Unsere neue Produktionsfläche bleibt unversiegelt und wasserdurchlässig.

Gut geschützt und sicher begehbar
Bevor wir die neue Fläche vollständig nutzen konnten, mussten wir noch an ein Problem denken, das man auf den ersten Blick gar nicht sieht: Unter der Erde sind manchmal ziemlich fleißige Baumeister unterwegs – Maulwürfe und Wühlmäuse.
Ihre Grabtätigkeit kann einen sorgfältig eingeebneten Boden wieder verändern. Entstehen unter der Stellfläche Gänge oder Erdhügel, können die Kulturpaletten mit der Zeit ungleichmäßig stehen.
Deshalb haben wir rund um das neue Containerfeld einen Graben gezogen und darin ein engmaschiges Gitternetz eingebaut. Diese unterirdische Barriere soll verhindern, dass Maulwürfe und Wühlmäuse von der Seite unter die Fläche gelangen und dort den Untergrund aufwühlen.
Anschließend waren die Wege an der Reihe. Zwischen den einzelnen Kulturflächen haben wir rutschfeste Gummimatten verlegt. Sie ermöglichen uns, die Pflanzenbestände auch bei feuchtem Wetter gut zu erreichen.
Das ist im Arbeitsalltag wichtiger, als man zunächst denkt. Schließlich müssen wir die Pflanzen regelmäßig kontrollieren, pflegen, bewässern und für eure Bestellungen zusammenstellen. Bei Tausenden Töpfen kommen dabei einige Wege zusammen.


15 Töpfe pro Palette – und ein besonderer Vorteil
Auf unserem neuen Containerfeld verwenden wir Kulturpaletten der Firma Gernert, genauer das Modell Dänen-Norm 15/10,5 Loch offen, Artikelnummer 4151.
Jede dieser Paletten bietet Platz für 15 Rundtöpfe mit einem Durchmesser von etwa 10,5 bis 11 Zentimetern. Das erleichtert uns das Aufstellen, Transportieren und Zusammenstellen der Pflanzen.
Besonders interessant ist jedoch die offene Unterseite der Topfaufnahmen. Die Abzugslöcher der Pflanztöpfe bleiben dadurch nach unten offen und ermöglichen den Wurzeln den Kontakt zur darunterliegenden Stellfläche.
Wer schon einmal einen unserer Wildstaudentöpfe aufgenommen hat, konnte vielleicht beobachten, dass sich unter manchen Töpfen ein feines Wurzelgeflecht bildet. Die Wurzeln wachsen durch die Abzugslöcher, breiten sich auf dem Bändchengewebe aus und dringen teilweise sogar zwischen die einzelnen Kunststoffbändchen hindurch.
Manchmal sitzen diese feinen Wurzeln so fest im Gewebe, dass sie sich beim Abfegen nur schwer lösen lassen.
Für uns ist das eine interessante Beobachtung aus dem Gärtnereialltag. Denn diese Wurzeln können unter geeigneten Bedingungen auch Feuchtigkeit aufnehmen, die sich auf oder unmittelbar unter dem Bändchengewebe befindet.
Wie das genau funktioniert und was es für unsere Bewässerung bedeutet, erklären wir im nächsten Abschnitt.
Wie unsere Wildstauden Wasser aus dem Untergrund nutzen
Neben dem direkten Wurzelkontakt spielt die natürliche Kapillarwirkung des Bodens eine wichtige Rolle. Dabei kann Feuchtigkeit durch feine Poren im Boden nach oben transportiert werden. Unter geeigneten Bedingungen gelangt sie so bis in die Nähe der Unterseite unseres Bändchengewebes.
Die feinen Wurzeln, die sich auf und teilweise zwischen den Kunststoffbändchen ausgebreitet haben, können dort vorhandene Feuchtigkeit aufnehmen.
Unsere Wildstauden sind damit nicht ausschließlich auf das Wasser angewiesen, das wir ihnen von oben geben. Sie können zusätzlich von der Feuchtigkeit profitieren, die im Untergrund vorhanden ist.
Natürlich funktioniert das nicht unter allen Bedingungen gleich gut. Wie viel Feuchtigkeit nach oben gelangt, hängt unter anderem von der Bodenbeschaffenheit und dem aktuellen Feuchtigkeitsgehalt ab.
Für uns kann diese Art der Kultur einen praktischen Vorteil haben: Wenn die Pflanzen zusätzlich Wasser aus dem Untergrund aufnehmen, müssen wir unter geeigneten Bedingungen möglicherweise seltener von oben bewässern.
Das bedeutet allerdings nicht, dass wir auf die Bewässerung verzichten können. Gerade frisch aufgestellte Jungpflanzen oder längere Trockenperioden erfordern weiterhin regelmäßige Kontrollen.
Bei rund 40.000 möglichen Pflanzplätzen ist es für uns besonders wichtig, vorhandenes Wasser möglichst gezielt zu nutzen. Das Zusammenspiel aus offenen Kulturpaletten, wasserdurchlässigem Bändchengewebe und natürlicher Bodenfeuchtigkeit kann uns dabei unterstützen.
Rosi Raupes Expertentipp: Auch unter dem Topf ist etwas los!

„Habt ihr schon einmal unter einen Wildstaudentopf geschaut? Dort gibt es manchmal ein richtiges Wurzelgewimmel! Die feinen Wurzeln wachsen durch die Abzugslöcher und können Feuchtigkeit auf der Stellfläche aufnehmen. Das kann unseren Pflanzen helfen, vorhandenes Wasser besser zu nutzen.
Aber aufgepasst: Auch mit diesen zusätzlichen Wurzeln brauchen die Pflanzen bei Trockenheit weiterhin Wasser. Deshalb kontrollieren wir regelmäßig, wie feucht unsere Töpfe sind. Denn nur weil oben alles grün aussieht, muss unten noch lange nicht genug Wasser vorhanden sein!“
Rosi Raupe
Mehr Platz für heimische Wildstauden
Inzwischen ist auf unserem neuen Containerfeld von dem ursprünglich freien Boden kaum noch etwas zu sehen. Fast überall stehen Wildstauden: junge Pflanzen, die noch Zeit zum Wachsen brauchen, und kräftige Exemplare, die bereits verkaufsfertig sind.
Die ersten Pflanzen von dieser Fläche haben wir schon für eure Herbstbestellungen zusammengestellt und verschickt.
Das ist für uns ein besonders schöner Moment. Denn nach den Erdarbeiten, dem Verlegen des Bändchengewebes, dem Einbau des Schutzgitters und dem Anlegen der Wege ist aus einer Planung ein lebendiger Teil unserer Gärtnerei geworden.
Unsere heimischen Wildstauden stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Mit der neuen Produktionsfläche haben wir zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, um Jungpflanzen heranzuziehen, Kulturen weiterzuentwickeln und mehr Pflanzen für eure Gärten bereitzustellen.
Dabei geht es uns nicht nur um möglichst viele Töpfe. Hinter jedem einzelnen steht eine Pflanze, die später vielleicht in einem sonnigen Staudenbeet, am Gehölzrand oder in einer naturnah gestalteten Gartenfläche ihren Platz findet.
Und dort kann sie – je nach Pflanzenart und Standort – Nahrung, Struktur oder Lebensraum für unterschiedliche Tiere bieten.

800 Quadratmeter mehr Platz, rund 40.000 mögliche Pflanzplätze und jede Menge heimische Wildstauden.
Wir freuen uns darauf, euch auch in Zukunft immer wieder einen Blick hinter die Kulissen unserer Gärtnerei zu ermöglichen.
Herzliche Grüße aus der Gärtnerei Hüskes
Echt heimisch – echt wild – echt insektenfreundlich.







