Echtes Johanniskraut: Warum diese heimische Wildstaude Leben in Ihren Garten bringt

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Echtes Johanniskraut: Warum diese heimische Wildstaude Leben in Ihren Garten bringt

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Hallo Leute! Wisst ihr, was ich am Johanniskraut so megacool finde? Es ist wie ein Zaubertrick! Die Blüten sind knallgelb, aber wenn man sie zerdrückt, kommt blutroter Saft raus. Verrückt, oder? Aber bitte lasst noch genug für mich und meine Kumpels übrig. Wir futtern nämlich total gern an den Blättern, und im Winter verstecken wir uns in den trockenen Stängeln, wenn es draußen so richtig ungemütlich wird. Also: Finger weg von der Gartenschere im Herbst, okay?

Rosi Raupe

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die ursprünglich in Europa, Westasien und Nordafrika beheimatet ist. Es gehört zur Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae) und erreicht eine Wuchshöhe von etwa 30 bis 80 Zentimetern.

Was diese Pflanze so faszinierend macht, verrät schon ihr botanischer Artname perforatum Perforatum (durchlöchert). Halten Sie einmal ein Blatt gegen das Sonnenlicht. Sie werden viele kleine, helle Punkte sehen. Das sind jedoch keine echten Löcher, sondern winzige Öldrüsen, die ätherische Öle enthalten.

Wenn ab Ende Juni, pünktlich zum Johannistag (24. Juni), die goldgelben Blüten erscheinen, herrscht Hochbetrieb. Das Johanniskraut ist eine erstklassige Pollenquelle. Zwar produziert die Pflanze keinen Nektar im klassischen Sinne, aber ihr Pollenangebot ist so reichhaltig, dass sie dennoch ein Magnet für Insekten ist.

Die Blüten sind sogenannte „Pollen-Scheibenblumen“. Das bedeutet, die Staubblätter sind gut zugänglich und bieten ihre proteinreiche Fracht offen an. Besonders Wildbienen, die auf Pollen für die Aufzucht ihrer Brut angewiesen sind, fliegen das Johanniskraut gezielt an. Auch Honigbienen und Schwebfliegen sind häufige Gäste. Die leuchtende Farbe der Blütenblätter wirkt dabei wie ein weithin sichtbares Signalfeuer im sommerlichen Garten.


Wer lebt von dieser Pflanze?

Im Ökosystem Garten ist das Johanniskraut ein wichtiger Baustein. Es ist nicht nur „Tankstelle“, sondern auch „Kinderstube“. Verschiedene Schmetterlingsraupen nutzen das Kraut als Futterpflanze. Dazu gehören beispielsweise spezialisierte Spanner-Arten wie der Johanniskraut-Spanner (Aplocera efformata), dessen Raupen sich von den Blättern und Blüten ernähren.

Ein Naturgarten soll nicht nur im Sommer schön aussehen, sondern das ganze Jahr über Struktur bieten. Hier punktet Hypericum perforatum auf ganzer Linie.

Frühling: Die Pflanze treibt oft schon früh frisches Grün aus und bedeckt den Boden, bevor viele andere Stauden erwachen.

Sommer: Die leuchtend gelbe Blütezeit von Juni bis August ist der ästhetische Höhepunkt.

Herbst: Nach der Blüte bilden sich interessante, rostrote Kapseln. Das Laub verfärbt sich oft in warme Töne.

Weniger ist mehr: Düngen Sie das Johanniskraut nicht. Es ist ein Hungerkünstler. Auf fetten Böden wird es oft von anderen Pflanzen verdrängt und blüht schlechter.

Kaum eine andere Pflanze ist so tief in unserer Kulturgeschichte verwurzelt wie das Johanniskraut.

Heilpflanze

Seit der Antike wird es als Heilmittel geschätzt. Die moderne Phytotherapie bestätigt, was Kräuterkundige schon lange wussten: Johanniskrautextrakte wirken stimmungsaufhellend und können bei leichten bis mittelschweren Depressionen sowie nervöser Unruhe helfen. Verantwortlich dafür sind Inhaltsstoffe wie Hypericin und Hyperforin.
Wichtiger Hinweis: Johanniskraut ist eine potente Arzneipflanze, die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben kann (z.B. Pille, Blutverdünner) und die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Konsultieren Sie vor der innerlichen Anwendung immer einen Arzt oder Apotheker.

Rotöl – Ein altes Hausmittel

Besonders bekannt ist das „Rotöl“. Wenn man die gelben Blüten zwischen den Fingern zerreibt, tritt ein roter Saft aus (das Hypericin). Eingelegt in hochwertiges Pflanzenöl entsteht nach einigen Wochen in der Sonne ein tiefrotes Öl, das traditionell zur Pflege von Narben, bei leichtem Sonnenbrand oder Muskelverspannungen äußerlich angewendet wird.

Historische Bedeutung

Im Mittelalter galt das Johanniskraut als „Fuga daemonum“ (Teufelsflucht). Man glaubte, es könne böse Geister vertreiben und Unwetter bannen. Oft wurde es in Büscheln am Haus oder Stall aufgehängt, um Schutz zu gewähren.


So gedeiht das Tüpfeljohanniskraut in Ihrem Garten

Das Echte Johanniskraut ist herrlich unkompliziert, wenn der Standort stimmt. Es ist eine Zeigerpflanze für eher magere Standorte.

Standort: Es liebt die volle Sonne, toleriert aber auch lichten Halbschatten (blüht dort aber weniger üppig).

Boden: Der Boden sollte durchlässig, eher trocken und gerne etwas kalkhaltig sein. Staunässe verträgt es gar nicht. Auf mageren Sand- oder Schotterböden fühlt es sich besonders wohl.

Pflanzung: Sie können Jungpflanzen im Frühjahr oder Herbst setzen. Achten Sie auf einen Pflanzabstand von ca. 30 cm.

Topf & Balkon: Auch im Kübel gedeiht Johanniskraut gut, solange das Wasser abfließen kann. Verwenden Sie eine Mischung aus Gartenerde und Sand.

Das Echte Johanniskraut ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Schönheit, Nutzen und Heilkraft in einer einzigen Pflanze vereint sein können. Es verbindet uns mit altem Wissen, bringt Farbe in trockene Gartenecken und bietet wertvollen Lebensraum für unsere heimische Tierwelt. Geben Sie diesem sonnigen Gesellen ein Plätzchen in Ihrem Garten – er wird es Ihnen vielfach danken.

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